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> 09 Januar, 2003<
 
Hightech-PVC spielt im Kleinflugzeugbau eine tragende Rolle

 

Innovatives Design, extrem geringer Treibstoffverbrauch und spezielle Verbundwerkstoffe, in deren Kern Hightech-PVC steckt – mit diesen Zutaten haben sich österreichische Flugzeuge an die Weltspitze der Kleinluftfahrt katapultiert. Diamond Aircraft Industries, Österreichs einziger Flugzeughersteller und weltweit Nr. 2 unter den Privatflugzeugproduzenten, begann 1990 mit dem Ziel, das Fliegen einfacher, billiger und umweltfreundlicher zu machen. Mit der Entwicklung der weltweit ersten Flugzeuge mit Dieselmotor und leichtgewichtigen Konstruktionen gelang es, Flieger zu bauen, die nur halb so viel Kraftstoff wie etwa eine Cessna gleicher Kategorie verbrauchen, dabei aber höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen. Der Gewinn einer Ausschreibung der US-Navy für Schulflugzeuge verhalf  dem Unternehmen mit Produktionsstätten in Wiener Neustadt und in Kanada endgültig zum internationalen Durchbruch.


Nun setzt Diamond Aircraft zu einem weiteren Höhenflug an. Das Werk Wiener Neustadt wird erweitert. Im Januar 2004 nimmt hier Europas modernste Faserverbundfertigung ihren Betrieb auf, bei deren Erzeugnissen PVC auch künftig eine wichtige Rolle spielt.

   

Bei der Herstellung der Flugzeuge bedient man sich in Wiener Neustadt der so genannten Sandwichbauweise. Mit Hilfe eines Laminierverfahrens werden Bauteile wie Rumpf, Flügel, Ruderflächen und jene Teile der Innenausstattung, bei denen Beulsteifigkeit gefordert ist, Schicht für Schicht zusammengefügt.
 
Die Deckschichten des „Sandwiches“ bestehen aus Kohle- oder glasfaserverstärktem Kunststoff. Sie umhüllen einen Kern aus vernetztem PVC-Hartschaum. Diese Hartschaumeinlage – obwohl selbst federleicht – nimmt Scherkräfte auf, die durch höhere Belastungen hervorgerufen werden, und verteilt sie auf einen größeren Bereich. „Der Hartschaum verleiht den Bauteilen zusätzliche Stabilität, ohne das Flugzeug dadurch wesentlich schwerer zu machen. Wir verwenden PVC-Hartschaum, weil er leicht zu verarbeiten und langlebig ist, und er gute mechanische Eigenschaften hat. Er ist im Verbund zug- und biegefest und hält auch hohem Druck stand, ohne sich zu verformen“, erklärt Gerald Sperl, Qualitätssicherungsleiter von Diamond Aircraft. „Unsere Konstruktionen haben eine weitaus bessere Aerodynamik als herkömmliche Blech-Flugzeuge, weil wir keine Baueile benötigen, die aufwändig und einander überlappend vernietet werden müssen. Dies würde Luftwiderstand und Treibstoffverbrauch erhöhen. Die glatten Oberflächen und das bei aller notwendigen Stabilität geringe Gewicht tragen wesentlich zum sparsamen Betrieb bei.“

Derzeit produziert Diamond Aircraft fünf Kleinflugzeugtypen, deren fortschrittliche Bauweise und Aerodynamik ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit und damit Kundenzufriedenheit bewirkt. Im Jahr 2006 soll der erste in Österreich entwickelt Business-Jet aus dem Werk in Wiener Neustadt abheben. Der einmotorige D-JET wiegt nur zwei Tonnen und kann fünf Personen in 8 000 Metern Höhe mit einer Geschwindigkeit von 570 km/h befördern. Das Interesse ist groß – mehr als 100 Stück wurden bereits geordert.

 


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Zuletzt aktualisiert am: 9/6/2008